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Liebe Absolventinnen und Absolventen,
sehr geehrte Damen und Herren,
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Preisträgerin Frau Franziska Klink zwischen ATICOM-Vorstand Susanne Goepfert und Prof. Hennecke
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meinen allerherzlichsten Glückwunsch Ihnen, die Sie heute ihren Studienabschluss feiern! Ganz offensichtlich sind Sie ein exzellenter Jahrgang, denn nun verleihe ich hier einen weiteren Preis. Unser ATICOM-Förderpreis ist in zweifacher Hinsicht besonders: Er wird jährlich nicht nur hochschulintern, sondern bundesweit im Wettbewerb mit Absolventen anderer deutscher Hochschulen errungen. Und: Vor knapp zehn Jahren ging der allererste ATICOM-Förderpreis an eine Absolventin der FH Köln. Wie schön, dass dieses Beispiel Schule gemacht hat!
Welches Engagement und welche Ausbildungsbasis Sie mitbringen, das konnten wir persönlich erfahren, als zwei von Ihnen, die heute hier Ihren Abschluss feiern, ihr Praktikum bei freiberuflichen ATICOM-Mitgliedern absolvierten. Dieser positive Eindruck hat sich in der Bewerbung von Frau Franziska Klink bestätigt, die wir heute mit dem ATICOM-Förderpreis auszeichnen dürfen.
Frau Klink hat uns mit ihrer exzellenten Masterthese überzeugt, die neben einem innovativen wissenschaftlichen Ansatz eine große berufspraktische Relevanz aufweist. Internationale Werbung als Gegenstand der Übersetzerpraxis. Eine Untersuchung deutscher und spanischer Printanzeigen unter besonderer Berücksichtigung der Kulturgebundenheit. So lautet der Titel ihrer Arbeit. Um ausgewählte Beispiele von Printwerbung global agierender Unternehmen fundiert beurteilen zu können, hat Frau Klink wesentliche Grundlagen der Werbe- und Kommunikationsforschung aufbereitet und daraus eine eigene Methodik entwickelt. Wie es als Erstprüferin Frau Prof. Hennecke formulierte: "Es ist ihr mit ihrer Arbeit überaus überzeugend gelungen, die Kulturgebundenheit internationaler Werbung nachzuweisen und daraus Anforderungen an die Übersetzerpraxis abzuleiten."
Beim Lesen der Masterarbeit wird schnell klar, dass die locker formulierte Marketing-Erkenntnis "Die Deutschen wollen überzeugt, die Engländer amüsiert und die Franzosen verführt werden!" wohl einen Kern treffen mag. Aber selbst wenn man für den spanischen Werbestil die Adjektive "kreativ und geschmackvoll" ergänzt, so kann dies nur ein Aspekt sein, der bei der kulturellen Rezeption eine Rolle spielt. Frau Klink hat sowohl auf visueller als auch auf sprachlicher Ebene untersucht, in welchem Umfang kulturelle Besonderheiten Werbungsstrategien bestimmen müssen, wenn diese Erfolg haben sollen - in globalem, spezifisch lokalem oder auch "glokalem" Rahmen. Standardisierung und Lokalisierung schließen sich dabei meist aus. Ein Fachübersetzer kann zur Identifizierung und Lösung der Probleme beitragen, da er als Sprach- und Kulturmittler neben der Kenntnis der beiden Sprachen und Kulturen weitere wichtige Voraussetzungen mitbringt: Kommunikationsfähigkeit, selbständiges kritisches Denken, die Fähigkeit zur Einarbeitung in neue Gebiete durch Recherche und Freude an der intellektuellen Herausforderung. In einem Wort: Übersetzerkompetenz!
Frau Klink verfügt darüber in hohem Maße. Ihre Arbeit ist jetzt auch als Buch veröffentlicht worden, das ich hier heute zum ersten Mal in der Hand halte. (Es ist erschienen in der Reihe "Kölner Arbeiten zu Kultur und Sprache" unter dem Titel Kultur in der Werbung; Johannes Herrmann Verlag) Dieser Erfolg ist sicher ein Grund dafür, dass sie zur Vertiefung des Themas eine spätere Rückkehr an die Universität nicht ausschließt.
Frau Klink hat darüber hinaus bereits während des Studiums bemerkenswert viel Berufserfahrung gesammelt und ist seit August 2008 als Projektmanagerin in einer Übersetzungsagentur tätig.
Dabei wird sie festgestellt haben, dass in unserem Beruf der Informationsaustausch ganz groß geschrieben wird, ja, dass es ohne Knowledge-Sharing gar nicht geht. Darum bieten wir ihr mit unserem Förderpreis auch eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft in unserem Fachverband der Berufsübersetzer und Berufsdolmetscher an. Bei ATICOM wird sie mehrere sehr effektive Kollegennetzwerke finden. Auch das Internetverzeichnis unserer Mitglieder, in dem potenzielle Auftraggeber gezielt nach Dolmetschern und Übersetzern suchen können, hat schon vielen Berufseinsteigern den Marktzugang ermöglicht und wird von etablierten Kollegen als wertvolles Marketinginstrument geschätzt.
Liebe Frau Klink, liebe Absolventinnen und Absolventen: Schauen Sie auf unserer Website und bei den Übersetzerstammtischen vorbei; dort finden Sie sogar Antworten auf Fragen, die sich Ihnen (bis jetzt) noch nicht gestellt haben! Auch Nichtverbandsmitgliedern steht dies kostenlos und unverbindlich offen - und bietet große Vorteile. (Nehmen wir nur die stark nachgefragten Stellenangebote und die Veranstaltungsübersicht der ATICOM-Website). Heute, nach dem offiziellen Teil dieser Feier, stehen zwei meiner Kolleginnen und ich Ihnen ebenfalls gern für Fragen zur Berufswelt zur Verfügung. Nutzen Sie alle Möglichkeiten, in Ihrem eigenen Interesse zu kommunizieren!
Mit diesem wichtigen Exkurs zur Werbung für interkollegiale Kommunikation komme ich auf das Thema Internationale Werbung als Gegenstand der Übersetzerpraxis zurück: Ich darf nun mit großer Freude den ATICOM-Förderpreis an Frau Franziska Klink verleihen.
Liebe Frau Klink,
in Anerkennung Ihrer Studienleistungen im Masterstudiengang Fachübersetzen und insbesondere Ihrer perfekt gelungenen Masterarbeit überreiche ich Ihnen mit dieser Urkunde den ATICOM-Förderpreis 2008. Der beigefügte Scheck über 500 Euro soll Ihnen den Berufsstart versüßen.
Ich sage es Ihnen mit Blumen: Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen alles Gute für Ihre berufliche Zukunft. Das Netzwerk der ATICOM-Mitglieder steht Ihnen offen!