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    ATICOM-Pressemitteilung

    21. Februar - Tag der Muttersprache

    Deutsch in aller Welt

    Das Jahr 2008 ist von der UNESCO zum Jahr der Sprachen ausgerufen worden, das am 21. Februar mit dem Internationalen Tag der Muttersprache eröffnet wird. Diesen Tag nimmt ATICOM Fachverband der Berufsübersetzer und Berufsdolmetscher e. V. zum Anlass, auf die Bedeutung der deutschen Sprache hinzuweisen

    "Deutsche trifft man überall!" Diese Aussage bezieht sich üblicherweise auf deutsche Touristen, denn wir sind ein reiselustiges Volk

    Dass auch die deutsche Sprache eine Menge Wörter in die Welt gesandt hat, bleibt den Daheimgebliebenen dabei oft verborgen. Übersetzer allerdings treffen häufig auf alte Bekannte. Sie schmunzeln - und arbeiten weiter. Der Zeitdruck des Übersetzungsauftrags ist meist enorm, es fehlt die Muße, solche Wörter zu sammeln. Prof. Dr. Jutta Limbach, Vorsitzende des Deutschen Sprachrats und Präsidentin des Goethe-Instituts, hat sich die Zeit genommen und eine Sammlung herausgegeben, die den bezeichnenden Titel "Ausgewanderte Wörter" trägt (rororo, Reinbek 2007, ISBN 978-499-62353-0).

    Dort findet der erstaunte Leser Wörter wie kaffeeklatsching, dessen Bedeutung unverändert blieb und in Kanada verwendet wird, ebenso wie berufsverbot in Großbritannien. Die Italiener haben das Wort blitz mit den Deutschen gegen das Wort razzía getauscht. Die Dänen sprechen von habengut, wenn sie das Hab und Gut meinen, abseiling ist in englischsprachigen Ländern sowohl ein Sport als auch eine handwerkliche Technik zur Fassadenarbeit ohne Gerüst. Der polnische Bademantel heißt szlafrok, und das russische buterbrod ist mit allerlei Leckereien belegt - aber nie mit Butter. Eine Einladung zum vorspiel kann eine Frau in Norwegen annehmen, ohne rot zu werden, denn damit ist das preiswerte weil private Alkoholtrinken vor einer Abendveranstaltung mit teuren Getränken gemeint. Die Serben kennen den štreber, Japaner haben noiroozen, argentinische Unternehmen informieren ihre Mitarbeiter im hausorgan. In Kirundi, der Sprache des afrikanischen Landes Burundi, werden Deutsche mit dem Begriff dagi benannt, abgeleitet vom deutschen "Guten Tag". Und wem der Staub, den diese Liste aufwirbelt, jetzt in die Nase gestiegen ist, dem wünschen die US-Amerikaner gesundheit.

    Elektrodepeschen aus der Schreibstube

    Ihre Muttersprachen haben die Briten, Kanadier, Amerikaner, Polen und Italiener trotzdem nicht aufgegeben. Wozu auch? Die deutschen Begriffe werden nur dann integriert, wenn sie etwas beschreiben, für das es in der jeweiligen Landes- oder Muttersprache kein geeignetes Wort gibt. Diese Art von Einbürgerung ist für jede Sprache eine Bereicherung. Auch für die deutsche Sprache. Clevere Teams trainieren auch im deutschen Sport fair. Der Hobbykeller ist für Partys out, das Portemonnaie ist heute nicht mehr so voll wie noch vor einigen Jahren. Die Liste ließe sich fortsetzen, über das Pro und Contra trefflich diskutieren

    Die gehäufte Übernahme von Anglizismen, also aus dem englischen Sprachraum eingewanderten Wörtern, die etablierte deutsche Begriffe ersetzen, wird hingegen kontrovers diskutiert. Warum sollen wir chip coins am Automaten ziehen, wenn es die Parkmünze ebenso tut? Telefonieren Sie zum Pauschaltarif oder haben Sie eine flatrate? Wollen wir uns zur Erhaltung der deutschen Sprache committen oder doch lieber dazu verpflichten? Oder hätte das ganze Thema längst gecancelt werden sollen für neue topics auf unserer to-do-list?

    Den Mittelweg suchen und finden Übersetzer tagtäglich. Manchmal in hitzigen Diskussionen mit Auftraggebern, die ihre Texte lieber cool und sexy wollen statt verständlich. Dabei bleibt der Kunde selbstverständlich König, doch oft werden die Übersetzer zu Anwälten der Verständlichkeit.

    Denn das höchste Maß an Verständlichkeit vermittelt - immer noch - die Muttersprache

    Und dabei muss Deutsch nicht langweilig sein. Wem die E-Mail zu Englisch und die elektronische Post zu langweilig ist, der sei auf die Internetseite der Kölnisch-Preussischen Lektoratsanstalt verwiesen. Dort dominiert das Deutsche. Die Bücher kann man im Elektrokiosk erstehen, einen Andenkenladen gibt es auch und Elektrodepeschen werden an schreibstube@lektoratsanstalt.de erbeten. Nicht verallgemeinerbar? Stimmt. Aber kreativ, witzig, sexy. Alles das, was Anglizismen leisten sollen - aber oft nicht tun. Häufig sind sie nur Eines: unnötig.

    Auf der Internetseite von ATICOM finden Sie daher die Rubrik "Neu auf unseren Seiten" und nicht news, Sie können uns eine Rückmeldung geben (oder ein feedback) und sich auf dem Seitenplan (sitemap) einen allgemeinen Überblick verschaffen.
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    Weitere Informationen: www.aticom.de/a-katalog
    Qualifizierte Übersetzer nach Sprache oder Fachrichtung sortiert:www.aticom.de/a-verzeichnis www.aticom.de/a-verzeichnis.htm

    (apr)

    (Veröffentlichung frei mit Quellenangabe: ATICOM e.V.)