QTLP-Initiative zur Bewertung der Übersetzungsqualität

Ziel der von der EU geförderten QTLP-Initiative ist es, ein neues offenes System für die Bewertung der Übersetzungsqualität zu schaffen. Übersetzer und Projektmanager werden ausdrücklich aufgefordert, mit Ideen, Wünschen und Anregungen beizutragen. Details finden Sie auf der Homepage http://www.qt21.eu/launchpad/

Die Ergebnisse dieser europäischen Initiative fließen eventuell in eine neu zu entwickelnde internationale ISO-Norm zu diesem Thema ein. Als Mitglied des FIT-Normenausschusses verfolgt unser Vorstandsmitglied Isabel Schwagereit diese Entwicklungen und wirkt mit, damit die Interessen der Einzelübersetzer angemessen berücksichtigt werden.


Austausch zwischen den Verbänden
ATICOM als Gastgeber der Bremer Runde 

Auf Einladung unseres Verbandes findet das nächste Treffen im Rahmen der Bremer Runde am 13./14. April in Bonn statt. Teilnehmen werden verschiedene Übersetzer- und Dolmetscherverbände aus Deutschland (ADÜ Nord, ATICOM, BDÜ, DVÜD, QSD, VÜD), Belgien (CBTI), Luxemburg (ALTI), Österreich (ÖVGD, UNIVERSITAS) und der Schweiz (ASTTI). Es werden Erfahrungen ausgetauscht und Fragen von gemeinsamem Interesse besprochen.
 
Die Bremer Runde (s. auch www.aticom.de/de/Der_Verband/Internationale_Aktivitaeten.cfm) besteht seit 2006 und kommt zweimal im Jahr zusammen.


Erster erfolgreicher gemeinsamer Kulturabend des BVMW und ATICOM zu Russland 

Am 24. Januar 2013 hatten der BVMW und ATICOM zu einem gemeinsam durchgeführten Kulturabend zum Thema Russland eingeladen. Der Abend war als Einführungsveranstaltung für Mitgliedsunternehmen des BVMW gedacht, die in Russland Geschäfte tätigen möchten und einen ersten Eindruck von der russischen Mentalität erhalten wollten. Um es vorweg zu nehmen: Der Abend wurde ein voller Erfolg! 

Unter dem Thema „Die Entpuppung der russischen Matroschka für Ihr Geschäft in Russland und den GUS-Staaten – Vom Handschlag zum Geschäftsabschluss“ gab Olga Fin, Dipl.-Kulturwissenschaftlerin, in Russland aufgewachsenes und nach ihrem zweiten Hochschulabschluss in Deutschland als Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin tätiges ATICOM-Mitglied, aus praktischer Sicht eine Einführung in die Besonderheiten der russischen Kultur und Seele. Erfreulich viele Unternehmer und Mitglieder des BVMW hatten trotz der recht kurzfristigen Einladung und des Schneewetters den Weg zum Gastgeber FIDUS Business Solutions in Ratingen gefunden, um Frau Fins bildhaften Ausführungen zu folgen. Humorvoll und charmant führte sie in die Do´s und Don´ts, Eigenheiten und Besonderheiten Russlands ein. Der Schwerpunkt lag auf den praktischen Fragen, die sich vor allem im Geschäftsleben stellen. Es ging jedoch nicht nur um umfassende, allgemeine Themen, sondern auch um Kleinigkeiten wie die Bedeutung der E-Mailsignatur, die Besonderheit verschiedener Telefonnummern für ein und dieselbe Firma, oder um die Tatsache, dass viele russische Gesprächspartner ihren Namen lieber erst einmal ungenannt lassen. Immer wieder wurden seitens der aufmerksamen Zuhörerschaft Fragen gestellt, weil Frau Fin Themen angesprochen hatte, die die Zuhörer gerne vertiefen wollten. Besprochen wurden Kontaktanbahnung, Vertragsaufbau, Zahlungspraxis und natürlich kulturelle Fettnäpfchen bei den Zusammenkünften mit russischen Geschäftspartnern.

Die Wahrnehmung der Frau im Geschäft wurde gesondert angesprochen. So lernten Geschäftsführer unterschiedlicher Firmen, Anwälte und Ingenieure, dass man zum Beispiel einer russischen Dame nie die Hand zur Begrüßung reicht und Blumensträuße immer eine ungerade Anzahl von Blumen haben müssen – Sträuße mit einer geraden Blumenzahl gehören auf das Grab! 

Abgerundet wurde der Abend durch ein Gläschen Wodka und Tschi, eine exzellente russische Suppe, bei deren Genuss sich noch viele Gelegenheiten zu Gesprächen ergaben.  Alle Zuhörer waren angetan von dem Konzept, eine Einführung in die Kultur des Landes zu bekommen, mit dem sie Geschäfte machen. Fazit eines Teilnehmers war: „Solche Abende bräuchten wir viel häufiger!“ 

Der BVMW und ATICOM werden diesem Wunsch gerne nachkommen. Es ist angedacht, solche Kulturabende auch zu anderen Ländern und Kulturkreisen stattfinden zu lassen. 

Für weitergehende Fragen steht die Referentin dieses Kulturabends, Olga Fin, gerne zur Verfügung unter der E-Mailadresse: olga.fin@gmx.de.

Bundestag empört über geplante Streichung deutscher Übersetzerstellen in Brüssel - Krichbaum: "Eine Repektlosigkeit gegenüber dem Parlament"

 Eine von der EU-Kommission geplante Streichung deutscher Übersetzerstellen empört den Bundestag. Der Vorsitzende des Europaausschusses, Gunther Krichbaum (CDU), nannte die Pläne gegenüber der "Saarbrücker Zeitung" (Sonnabendausgabe) "unverschämt". Er erinnerte daran, dass der Bundestag erst im Sommer gefordert hatte, die deutschen Übersetzerleistungen mittelfristig deutlich zu steigern. "Es ist eine Respektlosigkeit gegenüber einem nationalen Parlament, wenn die Kommission mitten in laufenden Verhandlungen jetzt genau gegenteilige Fakten schafft", sagte Krichbaum. Laut dem neuesten Bericht des Brüsseler Verbindungsbüros des Bundestages, der der "Saarbrücker Zeitung" vorliegt, will die Kommission im Zuge allgemeiner Personaleinsparungen in den nächsten fünf Jahren 22 der insgesamt 110 Übersetzerstellen in der deutschen Abteilung der Generaldirektion abbauen. Die bisher etwa gleich große englische Abteilung soll hingegen um 14 Stellen verstärkt werden. Der Abbau bei den deutschen Übersetzern geht mit einem Minus von 20 Prozent weit über die allgemeine Vorgabe von Minus fünf Prozent in allen Bereichen hinaus. Schon seit Jahren sind fehlende Deutsch-Übersetzungen im Bundestag ein Ärgernis. Deutsch ist neben Englisch und Französisch offiziell eine der drei Verfahrenssprachen der EU. Das bedeutet, dass alle Vorlagen in diese drei Sprachen übersetzt werden müssen. "Dies wurde jedoch in den letzten Jahren immer weniger gewährleistet und könnte mit der angestrebten Kürzung noch fraglicher werden", heißt es in dem Vermerk des Brüsseler Verbindungsbüros des Bundestages. Auch Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) hatte am Dienstag in der Unions-Fraktionssitzung gegen die Kürzungen protestiert und nach Informationen der "Saarbrücker Zeitung" Kanzlerin Angela Merkel gebeten, das Thema in Brüssel noch einmal selbst vorzubringen.

(14.12.2012, Saarbrücker Zeitung, Büro Berlin)

 


Russische Kultur für Unternehmer des BVMW: ATICOM-Mitglied bietet eine Einführung in die russische Seele

Übersetzer und Dolmetscher sind nicht nur Sprachmittler, sie sind auch Kulturmittler. Diesen Umstand nutzen ATICOM und der BVMW (Bundesverband mittelständische Wirtschaft), um den Mitgliedsunternehmen des BVMW am 24. Januar 2013 in Ratingen erstmalig  eine Einführung in die russische Kultur zu bieten. Unser Mitglied Olga Fin, Konferenzdolmetscherin und gebürtig aus Russland, wird den Unternehmern darlegen, worin sich Russland von Deutschland unterscheidet, welche Tabus zu beachten sind und wie man geschäftlich erfolgreich sein kann. Ziel ist es, den Unternehmern aus dem Mittelstand, die auf dem russischen Markt tätig sind oder vorhaben, es zu werden, kulturelle Kompetenz zu vermitteln. 

Gleichzeitig bietet sich durch solche Abende eine Plattform für ATICOM-Mitglieder, sich selbst und ihre Leistungen darzustellen und als kompetenter Ansprechpartner aufzutreten. Auch unser Verband selbst hat die Möglichkeit, sich bekannt zu machen und damit unseren Mitgliedern neue Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen. 

Abgerundet wird der Abend mit einem landestypischen Imbiss, bei dem Gelegenheit zum Gespräch besteht. 

Der Abend findet statt um 18:30 Uhr bei FIDUS Business Solutions GmbH, Josef-Schappe-Straße 21, 40882 Ratingen. Das Bürogebäude liegt direkt am S-Bahnhof Ratingen-Ost, der von der Linie S6 angefahren wird.

Bei Erfolg des Abends denken wir an eine Fortsetzung mit der Präsentation weiterer Länder. Spezialisten dafür haben wir in unseren Reihen ja genug.

 


Internationale Kommunikation darf kein Kauderwelsch werden - Beim Übersetzen in Fremdsprachen kulturelle Vielfalt bedenken

Mehrsprachigkeit in international tätigen Unternehmen und in der Politik darf nicht dazu führen, dass Texte in deutscher Sprache mit unverständlichen oder gar falsch angewandten Fremdworten und Fachbegriffen durchsetzt werden. Anlässlich der Konferenz für Business Kommunikation in der internationalen Wirtschaft am 25. und 26. Oktober in Berlin warnt der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) davor, Reden im internationalen Kontext als pseudo-englisches Kauderwelsch zu verfassen.

"Im Zuge der Globalisierung und wegen des Zuzugs von Fachkräften aus dem Ausland ist Fremdsprachigkeit aus Unternehmen nicht mehr wegzudenken", sagt dazu VRdS-Präsident Dr. Vazrik Bazil. "Dennoch sollte bei publizierten Unterlagen und bei Vorträgen Wert auf eine lebendige, bildhafte und uneingeschränkt verständliche Sprache gelegt werden." Gerade für gesprochene Reden gelten hierbei andere Maßstäbe als für Schrifttexte wie in Arbeitsanleitungen, Imagebroschüren und Geschäftsberichten.

Eine weitere Gefahr bestehe darin, dass Texte zum Beispiel in Deutsch verfasst und dann im Wortlaut in andere Sprachen übersetzt werden. Kulturelle Unterschiede und verschiedene Bedeutungen gleich lautender Begriffe werden dabei zu selten berücksichtigt. "Sprache berührt immer auch Kultur und Mentalität der Menschen", sagt Vazrik Bazil. Eine rein wörtliche Übersetzung einer deutschen Rede in eine andere Sprache raube dem Originaltext seine Schlagkraft und führe nicht selten zu Missverständnissen. (www.vrds.de)


Karstadt ist Sprachpanscher des Jahres 2012

Die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache e.V. haben die Kaufhauskette Karstadt, vertreten durch den Vorsitzenden ihrer Geschäftsführung Andrew Jennings, zum Sprachpanscher des Jahres 2012 gewählt.

„Wir schlagen ungern einen toten Hund“, erklärte der VDS-Vorsitzende Walter Krämer, „aber leider erkennt man eine deutsche Pleitefirma sehr oft daran, dass sie mit ihren Kunden englisch spricht.“ Seit Jennings bei Karstadt ist, werbe die Firma noch konsequenter als vorher mit Sprüchen wie „modern and full of life" für „Midseason-Sale“, „kidswear“ und „home-style“; die VDS-Mitglieder wollten Herrn Jennings daran erinnern, dass die Karstadt-Kaufhäuser nicht in Liverpool und London, sondern in Wuppertal, Berlin und München stehen.

Die Entscheidung war knapp: Karstadt erhielt mit 1.521 nur wenige Stimmen mehr als der Medienkonzern ProSiebenSat.1 Media (1.490), dessen denglische Fernsehproduktionen seit langem allen Sprachfreunden ein Dorn im Auge sind. Ebenfalls gut im Rennen lag lange Zeit die Vorsitzende der Bayerischen CSU-Frauenunion Angelika Niebler (1.108), die Erfinderin der CSU-Parteifeier „Lounge in the City“. Insgesamt gaben die VDS-Mitglieder 5.168 Wahlzettel ab.

Der Titel „Sprachpanscher des Jahres“ wird seit dem Jahr 1998 vergeben. Er steht für das unnötige und fortgesetzte Verdrängen deutscher Wörter durch angelsächsische Importe. Bekannte Sprachpanscher der Vergangenheit sind René Obermann (Deutsche Telekom 2011), Hartmut Mehdorn (Deutsche Bahn 2007) oder Klaus Zumwinkel (Deutsche Post 2005).

Weitere Informationen unter: www.vds-ev.de


Verhalten in Konfliktgebieten

Der Weltverband FIT hat in Zusammenarbeit mit den Organisationen Red T und AIIC einen Leitfaden für den Einsatz von Übersetzern und Dolmetschern in Krisengebieten erstellt. Das Dokument beschreibt Grundrechte, Zuständigkeiten und Vorgehensweisen, die empfohlen werden, wenn Übersetzer und Dolmetscher in Konfliktzonen für das Militär, für Journalisten und Hilfsorganisationen eingesetzt werden. Den Text dieses “Conflict zone field guide for civilian translators/interpreters and users of their services” finden Sie hier.

Leitfaden für Ü/D in Konfliktgebieten


ATICOM-Vorsitzender Reiner Heard als deutscher Delegierter in den Rat des Weltübersetzerverbandes FIT gewählt

Reiner Heard, Vorsitzender des Fachverbandes der Berufsübersetzer und Berufsdolmetscher ATICOM e. V., wurde anlässlich des Weltkongresses 2011 der internationalen Dachorganisation der Übersetzer FIT (Fédération Internationale des Traducteurs) in San Francisco in den Rat der FIT gewählt und gehört damit zum obersten Führungsgremium des Weltverbandes.

Die FIT vertritt die Interessen von Übersetzern, Dolmetschern und Terminologen auf globaler Ebene. Für Reiner Heard, der sich bereits seit neun Jahren aktiv im Lenkungsausschuss des Regionalzentrums Europa der FIT (FIT Europe) engagiert, ist die Mitwirkung im Weltverband eine besondere Herausforderung. „Sprachmittler sind angesichts zusammenwachsender internationaler Märkte und moderner Kommunikationsmedien wichtiger denn je. Ohne sie wären kein Austausch und keine Verständigung zwischen den verschiedenen Kulturen möglich – egal ob in Wissenschaft, Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft“, betont Heard. „Auch wenn die zahlreichen Übersetzer- und Dolmetscherverbände weltweit unterschiedliche landesspezifische Interessenschwerpunkte haben  mögen – das übergeordnete Ziel bleibt gleich. Wir alle wollen das Image und die Position von Übersetzern und Dolmetschern stärken und setzen uns für die weitere Professionalisierung des Berufsstandes ein. Deshalb freue ich mich sehr auf die neue Aufgabe.“Als Ratsmitglied der FIT wird Reiner Heard für die Beziehungen zu den Regionalzentren und den Mitgliedsverbänden in Mitteleuropa verantwortlich sein. Gemäß Beschluss des FIT-Plenums findet der nächste Weltkongress 2014 in Berlin statt.


FIT-Umstrukturierung

Der Weltverband FIT hat einen Ausschuss eingesetzt, um Möglichkeiten einer FIT-Umstrukturierung zu untersuchen. Der ATICOM-Vorsitzende Reiner Heard hat die ehrenvolle Aufgabe, diesen sogenannten FIT Organisational Development Committee zu leiten. Ziel ist es, den Weltverband für die Anforderungen des 21. Jahrhunderts fit zu machen. Erste Ergebnisse sollen bis März 2013 vorliegen und, falls sie vom Rat genehmigt werden, dann an die Mitgliedsverbände zwecks Abstimmung auf dem FIT-Kongress 2014 in Berlin weitergeleitet werden.