Am 19. Mai startete die US-Raumfähre "Atlantis" zur Internationalen Raumstation, die in einer Höhe von rund 300 km über der Erde im Laufe der nächsten Jahre zusammengebaut werden soll. An der Montage werden Raumfahrer aus 16 Ländern beteiligt sein. Die Russische Föderation steuert ein Service- und Wohnmodul bei.
Zwar soll Englisch "Amtssprache" an Bord der Raumstation sein [1], doch finden offensichtlich auch andere Sprachen Berücksichtigung: Laut dpa [2] brachte die jetzt gestartete "Atlantis" Englisch/Russisch-Wörterbücher zur Raumstation.
Ob es sich dabei um dicke Wälzer oder um leichtgewichtige CD-ROMs handelt, wurde nicht gemeldet. Man hat sich aber anscheinend nicht auf einen Übersetzungscomputer verlassen, auch wenn die NASA im Rahmen des Apollo-Sojus-Projekts schon 1977 mit einem Übersetzungssystem (SYSTRAN) gearbeitet hat.
Leider ist auch nicht bekannt, welcher Wörterbuchverlag für die Verständigung im All sorgt. Möglicherweise kommt das Verdienst dem französischen Lexikografen Henri Goursau zu, der 1994 ein englisch-russisches Wörterbuch der Luft- und Raumfahrt [3] für "künftige gemeinsame Einsätze der Raumfähre und der Raumstation Mir ... sowie der künftigen internationalen Raumstation" - eigenen Aussagen [4] zufolge "auf Anfrage der USA und Russlands" - herausgegeben hat.
Wie schon bei früheren gemischtsprachigen Raumflügen dürften aber auch künftig in den Kontrollzentren in den USA und Russland erfahrene Dolmetscher rund um die Uhr bereitstehen und dafür sorgen, dass zwischen Astronauten und Kosmonauten keine Verständigungsprobleme aufkommen.
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