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Pressespiegel
zum Thema Dolmetschen, Übersetzen und Fremdsprachen
2000-12-15
EU-Gipfel: Regierungschefs bestehen auf Übersetzungen
Die Deutschen und Spanier haben mit Unmut darauf reagiert, dass ihnen auf dem Gipfel von Nizza Texte ohne Übersetzung vorgelegt wurden.
Nach Berichten der französischen Tageszeitung Le Monde hätten die Spanier protestiert, als ihnen ein französischer Kompromissvorschlag nur auf Französisch und Englisch präsentiert worden sei. Bundeskanzler Schröder soll eine deutsche Fassung des Textes verlangt haben, da er ohne deutsche Übersetzung zu einem derart verwickelten Thema nicht Stellung nehmen könne. (Die Aufwertung der deutschen Sprache - siehe Beitrag vom 2.12.2000 - scheint sich für Frankreich erledigt zu haben!)
In der britischen Sonntagszeitung The Sunday Telegraph wird erwähnt, dass von den dreizehn Regierungschefs der Länder, die der EU beitreten wollen, zehn ihre Reden auf Englisch hielten. Die Zeitung sieht dies als Anzeichen dafür, dass Grossbritannien künftig mit mehr potenziellen Verbündeten rechnen könnte. (DIE WELT hat allerdings nur neun Länder gezählt, deren Vertreter sich in ihrem Redebeitrag des Englischen bedienten.)
Der SPIEGEL weist darauf hin, dass aus dem "Arbeitsdokument" von Nizza erst dann ein richtiger Vertrag werden kann, wenn Sprachjuristen in den Außenministerien der EU-Mitgliedstaaten Missverständlichkeiten ausgeräumt und verbindliche Übersetzungen in den elf Amtssprachen der Europäischen Union erstellt haben.
Quellen:
"Tutoiements, altercations, fatigue dans les couloirs...", Le Monde interactif, 11.12.2000
"Here's a Nice mess", electronic Telegraph, 10.12.2000
"Anspruch und Realität", DIE WELT online, 11.12.2000
"Was das Dokument von Nizza bedeutet", SPIEGEL online, 10.12.2000
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