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       Pressespiegel
    zum Thema Dolmetschen, Übersetzen und Fremdsprachen



    2001-01-20

    Asylsuchende in Frankreich sollen "UN-Sprache" benutzen

    Laut einem Bericht der französischen Tageszeitung Le Monde können Asylsuchende in Frankreich zurzeit nicht unbedingt damit rechnen, in einer Sprache angehört zu werden, die sie auch verstehen. Da Dolmetscher fehlen, lassen die französischen Behörden bei den Asylverfahren zum Teil nur aus und in "UN-Sprachen" dolmetschen.

    Iraner, Kurden und Türken müssten sich auf Arabisch verständigen, Tamilen, Rumänen und Bulgaren auf Englisch. Auf diese (und andere) Sprachen, die Amtssprachen der Vereinten Nationen sind, wird zurückgegriffen, wenn der Grenzpolizei sonst kein Dolmetscher für die von den Asylsuchenden gesprochene Sprache zur Verfügung steht.

    Noch vor einiger Zeit wurden bei den Anhörungen Dolmetscher am Telefon hinzugezogen; diese Praxis wurde aber im Oktober 1999 vom Kassationsgericht untersagt, das der Meinung war, die Dolmetscher müssten dem Verfahren beiwohnen. In der Folge wurden viele Asylsuchende, die sonst bis zum Abschluss des Verfahrens am Flughafen festgehalten werden, auf richterliche Anordnung ins Land gelassen, da sie keinen Dolmetscherbeistand erhalten hatten.

    Mit der jetzigen Regelung erhalten die Asylsuchenden natürlich auch nur pro forma Beistand, wenn sie einen Dolmetscher für eine Sprache gestellt bekommen, die sie gar nicht sprechen. Eine ähnlich Besorgnis erregende Praxis zeichnet sich in Großbritannien ab, wo zum Teil vollkommen unqualifizierte Dolmetscher zum Einsatz kommen (siehe unseren Pressespiegel-Artikel vom 5.5.2001).

    Quelle:
    "Aux frontières de la France, les Turcs doivent parler arabe et les Bulgares anglais", Le Monde, 6.1.2001

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