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       Pressespiegel
    zum Thema Dolmetschen, Übersetzen und Fremdsprachen



    2001-02-24

    Streit um Deutsch in der EU hält an

    Der schon 1999 aufgeflammte Streit um die Verwendung der deutschen Sprache bei bestimmten Treffen auf EU-Ebene ist nicht beigelegt. Auch Schweden, das im ersten Halbjahr 2001 den Vorsitz des Rates der Europäischen Union führt, will nicht bei allen Zusammen­künften ins Deutsche dolmetschen lassen, wie sich Mitte Februar herausstellte.

    Auf mehreren Treffen unterhalb der Ministerebene, die im schwedischen Lund und Jokkmokk stattfanden, wurde nur ins Englische, Französische und Schwedische gedol­metscht. Die deutsche Regierung legte dagegen Protest ein und boykottierte diese Treffen mit der Begründung, dass bisher stets auch Deutsch angeboten worden sei und die deutsche Regierung nicht gewillt sei, eine Schlechterstellung des Deutschen hinzunehmen.

    Zumindest für so genannte "informelle" Minister­treffen galt bislang, dass mindes­tens ins Englische, Französische und Deutsche gedol­metscht wurde (auf "formellen" Treffen wird ohnehin in alle elf Amts­sprachen der Europäischen Union gedolmetscht). Finnland wich 1999 während seiner Rats­präsidentschaft jedoch von dieser Praxis ab und bot auf einigen informellen Minister­sitzungen nur Englisch, Franzö­sisch und Finnisch an, woraufhin deutsche und öster­reichische Minister den Veranstal­tungen fernblieben.

    Nach Presseberichten soll die deutsche Regierung gegenüber Schweden angedeutet haben, dass sie allerdings bereit wäre, auf die Verdolmetschung ins Deutsche zu verzichten, wenn auch Französisch wegfiele.

    Siehe auch unsere früheren Pressespiegel-Artikel:
    EU-Gipfel: Regierungschefs bestehen auf Übersetzung (2000-12-15) Arbeitssprachen/Amtssprachen in der EU (2000-12-02)

    Quellen:
    "Auf gut Deutsch gesagt", TAZ, 20.2.2001

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