Gelegentlich werden Dolmetscher nicht bloß von unseriösen Kunden um ihr Honorar geprellt, sondern von Betrügern regelrecht ausgenommen.
Ein Dolmetscher, der Anfang April im westfälischen Soltau Verhandlungen zwischen zwei angeblichen Geschäftspartnern dolmetschen sollte, wurde um 1500 DM erleichtert. Einer der beiden Betrüger ließ sich bei den nur zum Schein geführten Verhandlungen über einen Goldkauf von dem Dolmetscher Geldscheine "zu Vergleichszwecken" aushändigen, die der zweite Beteiligte in einem unbeobachteten Moment verschwinden ließ.
Auf ähnliche Weise prellten zwei Männer im Juli einen Dolmetscher in Heidelberg um 10.000 DM. Hier wurde das "Vergleichsgeld" scheinbar in einen Briefumschlag gesteckt und in einem Koffer deponiert, der dem Dolmetscher ausgehändigt wurde. Als er Verdacht schöpfte, nachdem die beiden Männer verschwunden waren, stellte sich heraus, dass der Briefumschlag im Koffer nur Papierschnitzel enthielt.
Wie das britische Institute of Translation and Interpreting (ITI) vor einigen Jahren berichtete, trieb in Großbritannien ein Betrüger eine Zeit lang sein Unwesen, der Dolmetscher in verschiedenen Städten aufsuchte und sehr überzeugend eine Notlage schilderte, um deren kurzfristige Überbrückung er die Dolmetscher bat. Die Dolmetscher sahen ihn und das ausgelegte Geld freilich nie wieder.
Quellen:
Vergleichsgeld gestohlen, Walsroder Zeitung
Trickbetrüger ergaunerten 10.000 Mark, Rhein-Neckar-Zeitung (Artikel nicht mehr im Netz)
ITI Bulletin 4/1993, 5/1993
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