Der Vatikan hat Vorschriften zur "getreuen und genauen" Übersetzung liturgischer Texte herausgegeben und tritt darin einem politisch korrekten Sprachgebrauch entgegen.
In der Anweisung mit dem Titel "Liturgiam authenticam" wird unter anderem vom Gebrauch "moderner Ausdrucksweisen" abgeraten. Demnach soll beispielsweise das lateinische homo (Mensch) im Englischen nicht geschlechtsneutral mit man or woman übersetzt werden, sondern ausschließlich mit man.
Einige liberale Katholiken lehnen die sehr ins Detail gehenden Vorgaben ab und werfen dem Vatikan ein überkommenes Sprachverständnis vor. Nach ihrer Meinung schaffen solche Sprachregelungen Verständnisbarrieren.
Der Vatikan behält sich vor, Übersetzungsentscheidungen zu prüfen und zu bestätigen.
Ob die französische Bibelübersetzung, die im Winter 2001 herausgekommen ist, das Imprimatur des Vatikans erhalten wird, ist noch nicht sicher: Der von Bibelforschern aus dem Hebräischen, Aramäischen und Griechischen neu übersetzte Text wurde zusammen mit französischen Schriftstellern in eine zeitgemäße Sprache gefasst. Dabei ging es dem 50-köpfigen Team darum, die "Sprache [zu] entrümpeln, neue Worte für alte Wahrheiten [zu] finden", den Text der Gegenwartssprache anzupassen, ohne ihn zu verfälschen. Die neue Bibel ist in Frankreich bereits zu einem Verkaufsschlager geworden.
Quellen:
Liturgiam authenticam, Vatikan (la)
Pressemitteilung zu Liturgiam Authenticam, Vatikan (en)
Vatican clampdown on "PC" translations, BBC (en)
"Neue Worte für alte Wahrheiten", Saarbrücker Zeitung, 11.12.2001
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