Gehörlose Menschen nehmen ihr Recht, sich der Gebärdensprache als Hilfsmittel zu bedienen, vermehrt in Anspruch, weshalb die Dienste von Gebärdensprachdolmetschern immer mehr gefragt sind.
Im Juli 2001 trat das neunte Sozialgesetzbuch in Kraft. Es enthält unter anderem Regelungen für die Übernahme der Kosten, die bei der Inanspruchnahme von Gebärdensprachdolmetschern bei den so genannten Rehabilitationsträgern (Krankenkassen, BfA, gesetzliche Unfall- und Rentenversicherung, Jugend- und Sozialhilfe usw.) anfallen.
Auf Grund der neuen Regelungen werden Gebärdensprachdolmetscher jetzt häufiger zu Beratungsgesprächen hinzugezogen, und es kommt öfter zu Engpässen. In verschiedenen Bundesländern wird daher über neue Ausbildungs- und Studiengänge nachgedacht, in denen mehr Fachkräfte für Gebärdensprache ausgebildet werden sollen.
Eine weitere Initiative zur Wahrung des Rechts behinderter Menschen auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist das am 1. Mai 2002 in Kraft getretene Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen ("Behindertengleichstellungsgesetz").
Das neue Gesetz erkennt die "deutsche Gebärdensprache als eigenständige Sprache" und "lautsprachbegleitende Gebärden als Kommunikationsform der deutschen Sprache" an (§ 6) und gibt hör- oder sprachbehinderten Menschen das Recht, mit "Trägern öffentlicher Gewalt" auf diese Weise zu kommunizieren (§ 9).
Gebärdensprachdolmetscher dürften also auch in Zukunft stark gefragt sein. ATICOM zählt übrigens mehrere Kolleginnen, die diesen Beruf ausüben, zu seinen Mitgliedern (Verzeichnis der Gebärdensprachdolmetscher), die im Fernsehen und auch schon im Kölner Karneval gedolmetscht haben (siehe den ATICOM-Pressespiegel-Artikel vom 3.2.2001).
Quellen:
"Gebärdendolmetscher sind sehr begehrt", Rheinpfalz online, 10.12.2001
Angebot an Gebärdendolmetscher in Hessen ausbauen, Hessisches Sozialministerium, Presse-Information, 18.9.2001
Gebärdensprache: Vermittlungszentrale für Dolmetscher sinnvoll, Hessisches Sozialministerium, Presse-Information, 20.9.2001
Sozialgesetzbuch IX tritt zum 1. Juli 2001 in Kraft, Deutscher Gehörlosen-Bund
Referentenentwurf Bundesgleichstellungsgesetz, November 2001
Das Behindertengleichstellungsgesetz setzt neue Maßstäbe, Behindertenbeauftragter des Deutschen Bundestags, Presseerklärung August 2002
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