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    2005-01-29 Seitenmeister

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       Pressespiegel
    zum Thema Dolmetschen, Übersetzen und Fremdsprachen

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    2005-01-29

    Pro und Contra Stärkung der Urheberrechte

    Der Schriftsteller Günter Grass und der Verleger Bernd F. Lunkewitz nahmen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur Novellierung des Urheberrechts und den möglichen praktischen Auswirkungen einer Stärkung der Urheberpositionen Stellung.

    Günter Grass fordert in einem ganzseitigen Artikels unter der Überschrift "Wir Urheber!" mehr Rechte und eine bessere Bezahlung für Autoren und Übersetzer als primäre Schöpfer der Werke. Grass appelliert an die Politiker, das neue Urheberrechtsgesetz tatsächlich auch zu Gunsten der Urheber auszugestalten , und er bezieht dabei ausdrücklich die "stets zu kurz kommenden Übersetzer, die aus der Sicht dankbarer Schriftsteller gleichfalls Urheber sind" mit ein. Natürlich sind Übersetzer auch allgemein rechtlich als Urheber anzusehen! Wie jedoch eine weitere Feststellung von Grass in Bezug auf die letzte Novellierung des Urheberrechtsgesetzes lautet: "Allerdings sind diese Verbesserungen für Übersetzer bisher von kaum einem Verlag verwirklicht worden."

    Die Antwort kam eine Woche später von dem Verleger der Aufbau-Verlagsgruppe, Bernd F. Lunkewitz, der nicht nur vorrechnet, dass sich Verlage teurere Autoren und Übersetzer nicht leisten können, sondern auch recht emotional seine Warte schildert. Führt also ein „Ende der Bescheidenheit“, wie von Grass gefordert, zwangsläufig zu einem „Ende der Solidarität“ der Urheber untereinander und zu einer Verarmung der literarischen Landschaft? Ist das Risiko von Debütromanen oder neu zu übersetzenden ausländischen Schriftstellern dann nicht mehr tragbar? Geht die Forderung der literarischen Übersetzer, ihre Bezahlung zumindest an den Sätzen des ZSEG zu orientieren, völlig an den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Verlagshäuser vorbei?

    Eine sehr interessante Darstellung der Kontroverse!

    Quelle:
    Günter Grass, „Wir Urheber!", Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.1.2005, S. 36
    Bernd F. Lunkewitz, „Was ein Roman kostet“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.1.2005, S. 36

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